Wie viele Zecken sind wirklich infiziert?

TickSpot Ratgeber · Aktualisiert Oktober 2026

Kurz gesagt: Die meisten Zecken sind nicht infiziert. Laut Robert Koch-Institut tragen selbst in FSME-Risikogebieten im Mittel nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das FSME-Virus; Borrelien kommen häufiger vor, in bis zu 30 Prozent. Mit Krankheitssymptomen nach einem Stich ist laut RKI bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche zu rechnen.

Die Zahlen im Überblick

Frage Antwort laut RKI
Anteil der Zecken mit FSME-Virus in Risikogebieten im Mittel 0,1 bis 5 %, kleinräumig stark schwankend
Anteil der Zecken mit Borrelien bis zu 30 %, kleinräumig stark schwankend
Borrelien-Infektion nach einem Stich nachgewiesen bei 2,6 bis 5,6 % der Betroffenen
Krankheitssymptome nach einem Stich bei 0,3 bis 1,4 % der Zeckenstiche

FSME-Virus in Zecken

Das RKI schreibt, dass auch in den FSME-Risikogebieten nur wenige Zecken infiziert sind und das Virusvorkommen kleinräumig sehr stark schwanken kann — im Mittel 0,1 bis 5 Prozent. Regionale Studien zeigen, wie unterschiedlich das im Einzelnen aussieht:

Wichtig für das Verständnis: Ein FSME-Risikogebiet beschreibt, wo das Virus in der Zeckenpopulation vorkommt — nicht, wie viele Zecken dort infiziert sind. Ein Erkrankungsrisiko für einen einzelnen Stich lässt sich daraus laut RKI nicht ableiten, zumal viele FSME-Infektionen ohne oder mit milden Symptomen verlaufen. Gegen FSME gibt es eine Impfung; ob sie für dich sinnvoll ist, klärt die Arztpraxis.

Borrelien in Zecken

Bei den Erregern der Lyme-Borreliose liegen die Raten deutlich höher. Das RKI nennt bis zu 30 Prozent, betont aber, dass das Vorkommen kleinräumig sehr stark schwankt — schon zwischen zwei Waldstücken kann es sich unterscheiden. In Ratgebern kursierende feste Werte für einzelne Bundesländer haben wir deshalb nicht übernommen: Sie lassen sich meist auf keine einzelne Studie zurückführen.

Von der infizierten Zecke zur Erkrankung

Eine infizierte Zecke heißt noch nicht Infektion, und eine Infektion noch nicht Erkrankung. Das RKI zitiert Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz: Nach einem Zeckenstich wurde bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen, erkennbar an Antikörpern im Blut. Nur ein kleiner Teil davon erkrankt. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Für Borrelien kommt der Faktor Zeit hinzu: Die Erreger sitzen im Darm der Zecke, und das Infektionsrisiko steigt laut RKI nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden. Wer die Zecke früh entfernt, hält das Risiko sehr gering. Mehr dazu in „Wie lange saugt eine Zecke?"; die Meldezahlen für Deutschland stehen in „FSME- und Borreliose-Fallzahlen in Deutschland".

Warum die genaue Zahl zweitrangig ist

Selbst bei den höchsten Werten ist die Mehrheit der Zecken nicht infiziert — aber man sieht einer Zecke nicht an, ob sie zu den wenigen gehört. Deshalb lohnt es sich, jede Zecke gleich zu behandeln: schnell und richtig entfernen, die Stelle beobachten. Die Anleitung steht in „Zecke richtig entfernen", worauf du danach achtest, in „Zeckenstich — was jetzt zu tun ist".

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Häufige Fragen

Wie viele Zecken tragen das FSME-Virus?

Auch in Risikogebieten nur wenige. Laut Robert Koch-Institut tragen dort im Mittel 0,1 bis 5 Prozent der Zecken FSME-Viren, mit sehr starken kleinräumigen Schwankungen. Regionale Studien aus Hessen und Bayern fanden Werte zwischen 0 und knapp 3 Prozent.

Wie viele Zecken sind mit Borrelien infiziert?

Deutlich mehr als mit FSME-Viren. Das RKI schreibt, dass das Vorkommen von Borrelien in Zecken kleinräumig sehr stark schwankt und bis zu 30 Prozent betragen kann.

Wie wahrscheinlich ist eine Borreliose nach einem Zeckenstich?

Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz, die das RKI zitiert, wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen. Mit Krankheitssymptomen ist insgesamt bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche zu rechnen.

Kann man einer Zecke ansehen, ob sie infiziert ist?

Nein. Von außen ist das nicht zu erkennen. Deshalb gilt für jede Zecke dasselbe: so bald wie möglich richtig entfernen. Bei Borrelien steigt das Infektionsrisiko laut RKI nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei einem Zeckenstich mit Beschwerden oder Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.